20.06.2026 Pressemitteilung zum Wahlkreistag in Berlin-Schöneberg

Schöneberg, 20. Juni 2026. Bundespolitik im eigenen Wahlkreis persönlich erleben, jenseits von Parteinähe oder politischem Vorwissen: Das Dialogprojekt Hallo Bundestag veranstaltete gemeinsam im Jugend Museum in Tempelhof-Schöneberg den ersten Wahlkreistag 2026 in Berlin. Am Wahlkreistag kommen zufällig ausgeloste Menschen aus einem Wahlkreis mit ihren Bundestagsabgeordneten ins Gespräch. Der Tag im Wahlkreis Berlin-Tempelhof-Schöneberg ist Teil einer 50 Wahlkreise umfassenden Deutschlandreise.
Rund 20 zufällig ausgeloste Menschen treffen am Wahlkreistag aufeinander. Bei der Veranstaltung in Berlin gibt es anlässlich des Themas eine Besonderheit: Rund die Hälfte von ihnen sind Jugendliche. Die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden stehen an dem Tag im Mittelpunkt. Am Vormittag sind sie zunächst unter sich und sprechen über das Thema „Gesellschaftsjahr – Pflicht, Chance oder falscher Weg?”. Mit emphatischen Diskussions-Übungen geht es vor allem darum, eine wertschätzende Diskussionsatmosphäre zu schaffen, sich ausreden zu lassen und andere Meinungen und Perspektiven zu verstehen. Hallo Bundestag möchte so besonders politikfernen Menschen Zugang zu politischen Diskussionen schaffen und ihre Beziehung in die Bundespolitik stärken.
Am Nachmittag kommen die Ausgelosten mit ihren Bundestagsabgeordneten Moritz Heuberger (Grüne) und Jan-Marco Luczak (CDU) ins Gespräch. Sie stellen ihnen ihre Fragen, persönlichen Erfahrungen und Ideen vom Vormittag vor. Die Abgeordneten hören in erster Linie zu und ordnen die Anregungen in ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete ein. Die Ergebnisse der Forschungsergebnisse zum Format zeigen: Das Vertrauen der Teilnehmenden in politische Institutionen steigt stärker, wenn mehrere Parteien am Wahlkreistag präsent sind.
„Es hat mich überrascht, wie offen die Leute hier sind. Tage wie heute können bewirken, dass Menschen mehr Vertrauen ineinander aufbauen und wieder was bewegen wollen“, so eine jugendliche Teilnehmende nach dem Wahlkreistag.
MdB Moritz Heuberger (Bündnis 90/Die Grünen): „Gerade weil es bei einem verpflichteten Gesellschaftsjahr so unterschiedliche Meinungen gibt und es tief in die persönliche Freiheit eingreift, sind solche Formate eine Bereicherung für meine politische Arbeit. Ich bin sehr beeindruckt von der lebhaften Diskussion so unterschiedlicher Altersgruppen. Als Abgeordneter ist es mir wichtig, so einen breiten Einblick in eine komplizierte Debatte zu bekommen und nachvollziehen zu können, wie verschiedene Menschen darauf blicken.“
Jan-Marco Luczak (CDU): „Es war ein sehr wertvoller Tag für meine politische Arbeit, weil mir nochmal deutlich geworden ist, wie viele unterschiedliche Perspektiven es auf das Thema verpflichtendes Gesellschaftsjahr gibt. Unsere Demokratie lebt von dem Austausch unterschiedlicher Meinungen, deswegen kann aus diesem Tag etwas sehr Fruchtbares erwachsen. Ich hoffe, dass der Tag dazu beigetragen hat, ein besseres Verständnis für Politik zu entwickeln. Viele Dinge sind kompliziert – wir müssen ganz unterschiedliche Interessen ausgleichen. Wenn bei den Abgeordneten und den Teilnehmern dafür ein Verständnis gewachsen ist, trägt das dazu bei, unsere parlamentarische Demokratie zu stärken. “
Die Co-Projektleitung von Hallo Bundestag, Paul Naudascher, bezeichnet das Format als Dialogformat als Modellcharakter mit Zukunft: „Unser Ziel ist es, das Format flächendeckend mit lokalen Partnerorganisationen zu testen und langfristig in der Politik zu etablieren.”
