Ein Rückblick, der ein Ausblick ist

Hallo Bundestag feiert die Erprobung der Wahlkreistage. 
Bericht zum Abschlusswochenende des Projekts 
21.-23.06.2024 
 
  • Tassen X Festsaal

    Eindrücke von dem Abschlusswochenende in Berlin

  • Feier TNs Im Austausch
  • TN Gute Laune
  • Schneider Auf Leinwand
  • Linus X Jule In Der Crowd
  • Beitrag Aki
  • TNs Im Gespräch
  • Präsi E Fect
  • Krüger
  • Krüger X Jule X Linus
  • Joachim Blumen
  • Vehrkamp X Pola
  • Demokratie Laola
  • TNs X GraphicRecording
  • Mappen Anschauen TNs
  • Paul X Leo Workshop
  • TNs Workshop
  • GM Paul
  • Leo Präsi

    Diese festliche Abschlussveranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie Beteiligung und repräsentative Demokratie lebendig ineinandergreifen können. Der Wahlkreistag" hat nicht nur die Teilnehmenden inspiriert, sondern auch Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft der Demokratie in Deutschland geweckt. 

  • Gruppenbild Workshop
  • Teamfoto

Ein gebührender Abschluss

Das letzte Wochenende im Projekt „Hallo Bundestag” wird für viele unvergessen bleiben. Ein Wochenende voller Emotionen, Hoffnung, Diskussion – das vor allem einen Raum geschaffen hat, in dem Frustration und Optimismus in Gemeinschaft nebeneinanderstehen konnten.  

Am Freitagabend empfingen wir etwa 60 Teilnehmende in Berlin. Sie alle waren im Laufe des Projekts für einen Wahlkreistag in einem der sechs Projektwahlkreise ausgelost worden. Viele kamen in Begleitung – von Eltern, Partner:innen oder interessierten Freund:innen. Bei einem gemeinsamen Essen wurden die langen und mitunter chaotischen Bahnfahrten verdaut und die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Wahlkreisen vernetzten sich. Vermehrt fielen Vergleiche zu Klassentreffen oder Familienfeiern – aber solche, zu denen man richtig gerne fährt. 

 

Samstag – Workshop zur Gesellschaft des Zusammenhalts

Am Samstagvormittag startete der inhaltliche Teil unseres Abschlusswochenendes. Die 60 aus den verschiedenen Wahlkreisen angereisten Teilnehmenden trafen sich in Berlin Mitte für einen Workshop unter dem Titel „Unsere Gesellschaft des Zusammenhalts”. Ziel war es, aufbauend auf den Erkenntnissen aus den letzten anderthalb Jahren „Hallo Bundestag” eine Vision – also ein gemeinsames Bild von einer idealen Zukunft – zu entwickeln. Wie äußern sich Zusammenhalt und ein Gefühl der Zugehörigkeit im persönlichen Umfeld? Wie übersetzt sich das auf die lokale und die gesamtgesellschaftliche Ebene? Und wie können wir dieser Vision näherkommen? 

Diese Fragen erkundeten die Teilnehmenden zuerst für sich in einer angeleiteten Visionsreise. Dann trugen sie im Format „World Café” ihre Gedanken in drei Themengruppen zusammen –  von der persönlichen, über die lokale auf die gesamtgesellschaftliche Ebene. Im Anschluss stellten die Gruppenmoderator:innen die Ergebnisse der drei Themengruppen im Plenum vor, die währenddessen live in ein digitales Graphic Recording (Ergebnis s. unten) übertragen wurden. Während der Präsentation signalisierten die Teilnehmenden durch Gebärdenapplaus (Wedeln mit den Händen) ihre Zustimmung zu ihren Lieblingsideen, die auf dem Graphic Recording mit einer Rakete markiert sind. Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen. 

Den Nachmittag verbrachten die Teilnehmenden zusammen in kleineren Gruppen, erkundeten die Stadt, die Fanmeile, verschiedene Brunnen oder Einkaufsstraßen. Am Abend trafen wir uns für ein gemeinsames Essen. 

 

Graphic Recording zum Workshop am Samstag

 

Sonntag – Führung im Bundestag und feierlicher Abschluss

Am Sonntagvormittag konnten sich die Teilnehmenden aussuchen, ob sie eine ausgiebige Führung durch die Gebäude des Bundestags oder einen Besuch im Futurium – das Haus der Zukünfte – mitmachen wollten. Nach einer gemeinsamen Verschnaufpause startete um 15 Uhr die offizielle Abschlussveranstaltung des Projekts „Hallo Bundestag” im Festsaal der Stadtmission Berlin. 

Die Veranstaltung begann – wie sollte es anders sein – mit dem Zufall: Alle Anwesenden zogen ein Los, das ihnen einen Platz an einem der Tische zuwies. So wurden neue Begegnungen ermöglicht und sichergestellt, dass an jedem Tisch mindestens 2-3 Teilnehmende aus unterschiedlichen Wahlkreisen saßen, die von ihren Erfahrungen berichteten. 

Das Herzstück des Nachmittags bildeten die vielseitigen Diskussionen über das Format „Wahlkreistag", das zufällig ausgewählte Wahlkreisbewohner:innen mit ihren Bundestagsabgeordneten zusammenbringt. Die Veranstaltung sollte Antworten aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Frage beleuchten, ob das Format erfolgreich ist. Dabei kamen Stimmen von Abgeordneten, Teilnehmenden, dem Projektbeirat, den Förderpartner:innen, der externen Evaluation sowie der wissenschaftlichen Begleitforschung der Humboldt-Universität zu Berlin zu Wort.  

Die Abgeordneten betonten insbesondere die Diversität der Teilnehmenden an den Wahlkreistagen, die konstruktive Gesprächsatmosphäre und den wertschätzenden Umgang untereinander.  

Besonders bewegend waren die Erfahrungsberichte der Teilnehmenden an den Tischen. Viele erzählten von ihren Begegnungen und wie diese ihren Blick auf die Politik und das gesellschaftliche Miteinander verändert haben. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, der an seinem zugelosten Tisch zufällig auf zwei Menschen aus seinem Geburtsort in Thüringen traf, betonte, dass das Projekt die repräsentative Demokratie sehr sinnvoll um notwendige Räume des Austauschs ergänze. Auch Gordian Haas, Senior Expert für Demokratie bei der Robert Bosch Stiftung, verwies auf die Wichtigkeit, Dialog unter Andersgesinnten wieder mehr zum Normalzustand zu machen. 

Dirk Scheffler vom externen Evaluationsbüro e-fect sowie Tim Wappenhans, einer der das Projekt begleitenden Wissenschaftler:innen der Humboldt-Universität zu Berlin, präsentierten voller Begeisterung ihre Studienergebnisse. Noch nie zuvor, so berichtete Wappenhans energisch, habe er in der Sozialwissenschaft solch beeindruckende Effekte beobachtet: Das Vertrauen in die Politik, in einzelne Politiker:innen, in die demokratischen Prozesse und in die Gesellschaft insgesamt sei durch die Teilnahme am Wahlkreistag signifikant gestiegen. Die Forschungsergebnisse werden demnächst hier hochgeladen.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Überraschung einer Teilnehmerin, die als Dankeschön ein selbst verfasstes Gedicht vortrug. Ihre Worte berührten die Anwesenden und spiegelten die positive und inspirierende Atmosphäre der Veranstaltung wider.  

Bei bester Stimmung wurden die Erfolge des Projekts gefeiert. Gemeinsam wurde in die Zukunft geblickt, um zu überlegen, wie das Format weiterentwickelt und verbreitet werden kann. Die Teilnehmenden waren sich einig: Der „Wahlkreistag" hat nicht nur ihr eigenes Leben bereichert, sondern auch das Potenzial, viele weitere Menschen zu erreichen, die Demokratie zu stärken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu festigen. 

 

Ulrike Gedicht
Hallo Bundestag – das Projekt

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